„Antifa bleibt notwendig“ – Tausende Antifaschist:innen in Jena
15.06.2025 um 15:30
von Perspektive Online
Am Samstag fanden sich über 6.000 Personen in Jena zusammen um in Solidarität mit den inhaftierten und verfolgten Antifaschist:innen zu demonstrieren. Thematischer Schwerpunkt war dabei vor allem Antifaschist:in Maja – Maja befindet sich seit dem 5. Juni im Hungerstreik in ungarischer Isolationshaft.
Im Rahmen der der letzten Jahre, gab es eine Reihe an Verhaftungen und Repressionen gegenüber Antifaschist:innen, sei dies im Rahmen des Antifa-Ost-Verfahrens oder dem sogenannten Budapest-Komplex. Der deutsche Staat reagierte selbst auf vermeintliche Angriffe der Antifaschist:innen auf Faschist:innen mit starker Repression. Beispielhaft wären hierbei Maja und Lina zu nennen.
Lina wurde im Rahmen des Antifa Ost Verfahrens wegen vermeintlicher Angriffe auf Faschist:innen zu 5 Jahren Haft verurteilt. Maja auf der anderen Seite trifft es hierbei sogar noch härter. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde Maja von den deutschen Repressionsbehörden nach Ungarn ausgeliefert, dabei wurde auch aktiv die Entscheidungsgewalt des Bundesverfassungsgerichts umgangen um Solidaritätsaktionen und rechtliche Verfahren zu umgehen. Dies passierte in so einem Eiltempo, dass Maja schon in Ungarn angekommen war nachdem das Bundesverfassungsgericht dies für rechtswidrig erklärte.
Seit 28. Juni sitzt die nicht-binäre antifaschistische Person nun in Ungarn in Haft und ist aufgrund der schwierigen Haftbedingungen seit dem 5. Juni in einem Hungerstreik. Erst vergangenen Freitag meldete sich Maja in einer emotionalen Videobotschaft und richtete solidarische Grüße an die Teilnehmer:innen der Demo in Jena: „Herzliche Grüße und eine kraftvolle Demo“.
Großer Antifaschistischer Protest in Jena
Aufgrund all dieser Entwicklungen entschieden sich am 14. Juni über 6.000 Antifaschist:innen nach Jena zu reisen für eine bundesweit organisierte antifaschistische Demonstration. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage stand hierbei besonders der der Hungerstreik von Maja mitsamt den Forderungen im Vordergrund. Auch die im Antifa-Ost-Verfahren beschuldigte Lina E. sendete aus ihrer Haft Grußworte der Solidarität in Richtung Maja.
Sie beschreibt dabei die Situation der Antifaschist:innen in den deutschen Gefängnissen als Harsch und dennoch zeigt sie auch auf, das Maja aktuell in Ungarn in einer viel schwierigeren Situation ist. Auch Lina hofft, dass Maja bald wieder nach Deutschland zurückkehren kann.
Majas Vater spricht – Pyro und Rauch in der Demo
Redebeiträge in Solidarität mit Maja und den verurteilten und untergetauchten Antifaschist:innen gab es dabei noch weitere. Einer der vielleicht interessantesten Redebeiträge kam dabei von Majas Vater selber. Dieser beschrieb die Haftbedingungen von Maja nochmal genauer: Der Hungerstreik macht Maja sehr zu schaffen und könnte dabei auch langfristigste Gesundheitsschäden verursachen. Obendrein wurde von ihm die Folter der Isolationshaft angeprangert, welche die betroffenen Personen dazu zwingen über Tage und Wochen hinweg ohne soziale Interaktionen auszukommen und „dazu zwingen 24 Stunden am Tag nur die Wände und die Decke anzustarren“.
Die Demonstration selbst fand trotz 32 Grad Hitze ohne größere Komplikationen statt. So war vermutlich auch die eher schwach aufgestellte Polizei überwältigt von dem Angebot von mehreren tausend Antifaschist:innen. Somit wurde die Demonstration sehr kämpferisch durchgeführt. Dies wurde vor allem von kämpferischen Parolen, Bannern und Pyrotechnik innerhalb und außerhalb der Demo zu schau gestellt.
Auch nach Jena der Kampf geht weiter
Aufgrund des Hungerstreiks von Maja wurde von verschiedenen Organisationen für das kommende Wochenende vom 20.-22. zu bundesweiten Aktionstagen aufgerufen. Andere Organisation haben darüber hinaus einen Hungerstreik in Solidarität mit Maja und anderen Antifaschist:innen in der Türkei angekündigt.
In Ungarn geht der Prozess von Maja derweil weiter, der Richter stellt dabei offen den Hungerstreik von Maja in Frage, auch Gefängniswärter und weiteres Personal machen sich lustig über die Situation der gefangenen Person. Maja drohen dabei bis zu 24 Jahre Haft in Ungarn. Deshalb ist abzusehen, dass nach Jena und den Aktionstagen der Kampf in Solidarität mit Maja und allen Antifaschist:innen in Haft weitergehen wird.






